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Andersch: Sansibar ist überall

February 14th, 2009 | admin

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Ein Buch über Alfred Andersch und der Zeitartikel darüber …

Ein Bilderbuch mit Texten, eine Sammlung von Texten mit zauberhaften Bildern, ein Lese- und Bilderbuch; eine Hommage natürlich schon im Großen und Ganzen, dazu wird jedes in dieser Art so genau und liebevoll dokumentierende Werk über einen Künstler. Wer so etwas durchblättert und liest, will ja wirklich etwas erfahren über die Lebenswelt eines Autors, der seinerseits seine Welt hat erfassen wollen …

Andersch: Sansibar ist überall - Alfred Andersch. Seine Welt – in Texten, Bildern, Dokumenten; ; Edition text + kritik, 2008; 251 S., 36 €

Biografien sind immer auch Geschichten aus einer bestimmten Zeit. Im Fall von Alfred Andersch hat dessen Leben im »Dritten Reich« und während des Zweiten Weltkriegs in den letzten Jahren zu Debatten geführt. Doch Anderschs Biografie erzählt viel mehr: Sie ist zum Beispiel auch eine Geschichte der europäischen Kunst und Intelligenz der 1950er bis 1970er Jahre. Das Netz der Intellektuellen spann sich weit über Europa und darüber hinaus. In besonderem Maße streckte Alfred Andersch seine Fühler aus, erkundete, förderte und pflegte internationalen Austausch mit Schriftstellern und Künstlern: von Giorgio Bassani, über Heinrich Böll, Hans Magnus Enzensberger, Max Frisch, Luigi Nono und Arno Schmidt bis zu Italo Valenti und Emilio Vedova. Die hier vorgenommene fundierte Analyse von Alfred Anderschs Zeit zwischen 1941 und 1943 macht den Weg wieder frei für eine Auseinandersetzung mit seinem Wirken als Kulturvermittler und -förderer und vor allem für eine Wiederbegegnung mit seinem literarischen Werk. Beispielsweise führt Hans Magnus Enzensberger ein fiktives Gespräch über Andersch, Michael Augustin lässt einen Hemingway zurückreisen, Roland Berbig sieht sich zwei Autoren in einem Dorf an, Daniele Scuto, ein junger Schriftsteller, versetzt sich ins Café Rosati im römischen Winter, Arturo Larcati findet Anzeichen einer nicht geschriebenen Oper. Die Textbeiträge werden begleitet von einer einzigartigen Mischung aus bisher unveröffentlichten Dokumenten zu Anderschs Leben, aus Briefen, Fotos und Bildern. Und immer wieder wird seinen eigenen Texten Raum gegeben, um für sich zu sprechen. Unverstellt und unmittelbar stehen uns in diesem Buch Alfred Andersch und seine Welt gegenüber.